Geht unsere Arbeitswelt den Bach runter?

Früher was alles anders! Früher war alles besser! Ist das nur ein Gefühl oder ist es die Wahrheit? Ich habe die Entwicklung in unserer Arbeitswelt in den letzten 25 Jahren genau verfolgt und komme zu dem Schluss, dass es zu einem Niedergang der deutschen Arbeitsbedingungen gekommen ist. Und zwar in besonders starkem Maße seit der Einführung des Euro und des Zusammenrückens der europäischen Gemeinschaft.

Langfristige unbefristete Arbeitsverhältnisse sind schon seit langem Vergangenheit. Abgelöst von Befristungen und Leiharbeit. Der Niedriglohnsektor wird immer weiter aufgebläht und der Werteverfall im Umgang mit den Beschäftigten nimmt immer schlimmere Formen an. Gut qualifizierte Kräfte verlassen in Scharen das Land, weil es für sie in Deutschland trotz des viel umschriebenen Fachkräftemangels keine geeigneten Perspektiven mehr gibt. Was läuft falsch in good old Germany?

 

Offensichtlich so ziemlich alles. Als intelligenter Mensch ist es mit Hilfe der Logik kaum mehr möglich, die Verhaltenweisen in der Arbeitswelt zu verstehen. Es wird immer mehr Bildung z. B. durch die OECD gefordert, doch dann ist für das Heer von Hochqualifizierten kein ausreichender Bedarf vorhanden. Dennoch entschließen sich immer mehr junge Leute für ein Studium, um danach zu Dumpinglöhnen zu arbeiten oder gänzlich als überqualifiziert zu gelten. Von Fachkräftemangel also keine Spur.

 

Ganz im Gegenteil. Anstatt wirklich gut ausgebildete Fachkräfte einzustellen, die es ja gibt, werden immer mehr Menschen in Positionen eingesetzt, die für sie nicht geeignet sind. Dies hat nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern ist eine rein sachliche Analyse. Denn wie wir alle wissen, geht es nur ums Geld. Qualifizierte Arbeitnehmer sind offenbar zu teuer, könnten aber durch ihre Fähigkeiten dem Unternehmen deutlich weiterhelfen als eine günstige Lösung. Eine betriebswirtschaftlich langfristige Logik verbirgt sich dahinter nicht. Nur kurzfristiger Eigennutzen. Die Kunden würden jedenfalls zur Abwechslung gerne einmal wieder von Kompetenz überrascht werden.

 

Und was ist mit dem Umgang mit Bewerbern und Personal? Er ist auf deutsch unter aller Sau. Auf Bewerbungen wird teils gar nicht geantwortet oder perfekt passenden Kandidaten wird der Job unter fadenscheinigen Begründungen doch nicht gegeben. Hat man doch irgendeine Stelle ergattert, macht man schnell Erfahrungen mit Mobbing, miesem Arbeitsklima und sonstigem schlechten Umgang.

 

Da lautet die Frage: Muss das so sein? Es ergibt menschlich wie betriebswirtschaftlich keinen Sinn. Nur kurzfristig lassen sich hierdurch für bestimmte Bereiche Nutzen erkennen. Langfristig führt es aber zur Aushöhlung und ggf. sogar Zerstörung gesunder Arbeitsstrukturen. Diese Strukturen kränkeln aber schon seit geraumer Zeit. Daher ist es an der Zeit dem Personal wieder die Wertschätzung entgegen zu bringen, die es auch verdient. Denn das Personal ist und bleibt in den allermeisten Unternehmen die wichtigste Ressource. Denn von der Matrix sind wir noch weit entfernt. Oder ist der Mensch bereits nur noch ein Hiwi der Maschinen, die viele Arbeitsaufgaben bereits übernommen haben?

 

Fest steht jedenfalls, dass man auf diesem Wege keine echten wirtschaftlichen Effizienzsteigerungen erzielen kann. Denn nur Unternehmen mit gut qualifizierten Mitarbeitern, die auch genau die Rolle erfüllen, die sie am besten können, werden langfristig erfolgreich sein. Dabei spielen Führungsqualitäten und gutes Arbeitsklima wie auch die richtige Personalauswahl die entscheidenden Faktoren. Unmotivierte Mitarbeiter haben noch keinen weiter gebracht. Aber dafür wird offensichtlich deutlich mehr getan als umgekehrt.

 

Daher wird es Zeit wieder gegen den Strom zu schwimmen und sich wieder mehr auf die alten Tugenden und Umgehensweisen zu konzentrieren. Denn war früher nicht alles besser?

 

Wie man dabei in den unterschiedlichsten Bereichen des Personalmanagements vorgehen kann, sehen Sie auf www.lehnhart-consulting.de.

 

Menschen mit Personalverantwortung, die etwas von sich halten, schauen sich das an......